Im Rahmen der EABS Annual Conference 2026 wurde die Local Session „Biblical Anthropology in Canonical Discourse“ als erster internationaler Auftakt des Projekts organisiert. Die Session brachte Wissenschaftler:innen aus unterschiedlichen Bereichen der Bibelwissenschaften und angrenzender Disziplinen zusammen, um Fragen nach den Vorstellungen vom Menschen und der menschlichen Person in unterschiedlichen Textkorpora und aus verschiedenen methodischen Perspektiven zu diskutieren.
Sechs Vorträge widmeten sich Fragen der biblischen Anthropologie aus der Perspektive der Jewish Studies (Dalit Rom-Shiloni), der Septuaginta-Forschung (Bryan Beekman), der Qumran Studies (George Brook), der Alttestamentlichen Wissenschaft (Anne Katrine de Hemmer Gudme) und der Neutestamentlichen Wissenschaft (Dominika Kurek-Chomic). Ergänzend stellte Veronika Burz-Tropper das Projekt vor. Die große Resonanz auf die Session und die lebhaften Diskussionen zwischen Vortragenden und Teilnehmer:innen zeigten das deutliche Interesse an einem eigenen Forum zur Erforschung von Vorstellungen vom Menschen in biblischer und verwandter Literatur.
Zwei Ergebnisse waren dabei besonders hervorzuheben. Erstens bestätigte der Workshop den besonderen Wert eines pluralistischen und interdisziplinären Zugangs zur biblischen Anthropologie. Die Verbindung unterschiedlicher Textkorpora und methodischer Perspektiven ermöglichte Einsichten, die innerhalb der Grenzen einzelner Disziplinen nur schwer zu gewinnen wären. Besonders hervorgehoben wurde der Gewinn, Ansätze und Materialien außerhalb des eigenen Spezialisierungsbereichs einzubeziehen.
Zweitens unterstrichen die Diskussionen die Notwendigkeit, anthropologische Konzepte der Bibel in ihre umfassenderen historischen, literarischen und kulturellen Kontexte einzuordnen. Der Austausch machte deutlich, wie wichtig die Einbeziehung des Alten Vorderen Orients, des antiken Judentums der Zweiten Tempelzeit und der griechisch-römischen Welt ist. Biblische Anthropologie erwies sich damit als ein Forschungsfeld, das in besonderem Maße von einem kontinuierlichen Austausch über disziplinäre und methodische Grenzen hinweg profitiert.
Die EABS-Session stellte somit einen wichtigen internationalen Auftakt für das Projekt dar und schuf die Grundlage für den weiteren interdisziplinären Austausch und die Zusammenarbeit.